Einleitung:
Dies ist „meine“ Kurzgeschichte, die vielleicht oder hoffentlich Menschen lesen werden, die ebenfalls wie ich an Depressionen leiden und oft ans Aufgeben denken, da ihnen bedingt dadurch nicht geholfen wird, das kein Psychologe sie bei sich aufnimmt, Therapieplätze mittlerweile bis zu einem Jahr Wartezeiten haben…natürlich ausgenommen bei fehlgeschlagenen Suizidversuchen, wo dann sofort ein Zimmer frei ist.
Krankenkassen betrachten Depressionen, so war es bei mir und ist es auch nach drei Suizidversuchen immer noch, als eine vorübergehende schlechte Laune, die man nicht großartig ernst nehmen muss und mit einem gebrochenen Zeh vergleicht.
Dazu musste ich die für mich die Erfahrung machen, dass nur Menschen diese Krankheit verstehen, die entweder selber davon betroffen sind oder jemanden im nahen Umfeld haben, die diese „unsichtbare und schreckliche“ Krankheit haben.
Sogenannte „Freunde“, die sich am Ende leider als keine wirklichen Freunde herausgestellt haben und ich sie deswegen aus meinem Leben verbannt habe, gibt es daher bereits länger nicht mehr für mich.
Wer also vielleicht ebenfalls von der Krankheit Depression betroffen ist, vielleicht gerade keine Kraft mehr besitzt, den täglichen Kampf dagegen zu verlieren droht und es ihm/ihr ähnlich wie mir geht, sollte bis zum Ende lesen!
Nun aber zu meiner Kurzgeschichte:
Am „normalen Leben“ konnte ich also bereits länger nicht mehr teilhaben und durch die hinzugekommen Angstzustände und Panikattacken, waren nicht einmal die alltäglichen und einfachen Dinge wie Einkaufen, meine Wohnung regelmäßig reinigen, Wäsche waschen, zum Fußball ins Stadion gehen, Menschen um mich herum haben und viele andere Dinge, nicht mehr möglich.
Ich wollte und konnte so nicht mehr Leben, also traf ich die Entscheidung, dem ein Ende zu setzen und bestellte Tabletten in der Hoffnung, einfach friedlich einzuschlafen und nicht mehr aufzuwachen. Ich wollte frei sein von Last und Kummer!
Der Tag stand fest und alles war für meinen unrühmlichen Abgang vorbereitet.
Es war der 28.09.2024, der mich durch Zufall auf die Webseite eine Züchterin für BKH Katzen brachte. Keine Absicht, keine Suche nach etwas, sondern tatsächlich reiner Zufall, der mich durch belangloses durch die Gegend klicken, aus diese Seite brachte.
Ich sah mir die Bilder der zum Verkauf stehenden Katzen und Kater an und blieb bei einer Katze sinnbildlich kleben. Es waren ihre Augen, die mich quasi ansahen und die mir eine Art „tiefe Zuneigung“ entgegen brachten.
Ich kann es nicht wirklich erklären aber ab diesem Moment habe ich tagelang alles über Tier und Mensch im Netz gelesen, über die Seelen von Hund, Katze, über ihre Treue, Liebe, Wärme und ihrer kompromisslosen Zuneigung die sie einem geben, ohne etwas dafür einzufordern.
Der Tag an dem ich dann die Züchterin angerufen habe, war der Tag an der ich wieder Hoffnung hatte, mir könnte vielleicht doch geholfen werden.
Ein paar Tage später, nach einigen telefonischen Gesprächen und Schilderungen meiner Krankheit und sehr angenehmen Austausch, schickte mit die Züchterin eine WhatsApp Nachricht mit dem Bild einer Katze, mit den Worten „Ich denke, Lotti würde sehr gut zu dir und deiner Krankheit passen“!
Das Bild, dieser Katze, diese Augen mit diesem Blick…ich war total verliebt und was sehr komisch für mich war, ich empfand in diesem Moment ein unfassbares Glücksgefühl, das ich schon ewig nicht mehr kannte!
Zwei Wochen später nahm ich Lotti in Empfang und ich darf mit tiefster Dankbarkeit schreiben, dass es die beste Entscheidung meines Lebens in den letzten 20 Jahren war.
Ich darf und kann allen Betroffenen Menschen, die an dieser Krankheit Depression leiden und nicht mehr an Hilfe glauben, folgendes mitteilen:
Es gibt sie, die Hilfe!
NEIN…nicht von Menschen, wie es eigentlich sein sollte unserem Gesundheitssystem oder sonstigen Institutionen, sondern von Lebewesen die nicht Fordern, die nicht Abwerten, die nicht Urteilen und die einem ehrliche Liebe und Zuneigung so zurück geben, wie du sie ihnen gibst, die spüren wenn es dir schlecht geht und Dir mit viel Gefühl und Behutsamkeit beistehen und dich trösten!
Lotti trat in mein Leben und hat mit solch einer Wucht mein Herz berührt, dass sie mir nach unendlich vielen Jahren ohne wirkliche Freude und Glück empfinden zu können, genau das von der ersten Minute an gegeben hat!
Es ist so ein krasses Gefühl, wenn ein Tier merkt, wenn es dir schlecht geht.
Eine Eigenschaft, die viele Menschen gar nicht erst haben.
Lotti hat mir nicht nur geholfen, sondern sie hat mir definitiv das Leben gerettet.
Das schreibe ich nicht nur so, sondern es war und ist definitiv so!
Mein Leben hat durch sie wieder einen Sinn gefunden, trotz der ganzen Probleme und trotz der Rückfälle, die ich natürlich immer wieder habe.
Ich werde meiner Lotti Zeit meines Lebens dankbar dafür sein, dass sie an meiner Seite ist…und diese ehrliche Art von Liebe und Zuneigung geben und bekommen darf.
Nach kurzer Zeit wusste ich, Lotti braucht einen Partner und so habe ich mich dazu entschieden, die Züchterin noch einmal zu fragen, ob es nicht jemanden für sie geben würde, damit sie nicht alleine ist und einen Spielkameraden hätte.
Auch das war eine der besten Entscheidungen, die ich je getroffen habe.
Es kam also der kleine junge Kater Max hinzu…eine Handaufzucht, unfassbar zahm, unfassbar anhänglich, unfassbar liebevoll.
Ein Charakter, der mit keinem Geld der Welt aufzuwiegen ist!
Die Beiden haben sich sofort verstanden und so ineinander verliebt, dass sie vom ersten Tag an unzertrennlich waren…und Beide gaben mir von Anfang an so viel Liebe, dass ich wiederum eine Entscheidung getroffen habe, die mich bis heute unendlich glücklich macht. Keine Kastration, sondern den Dingen ihren Lauf lassen.
Am 20.09.2025 kamen Lilu, Rupert und Crowley zur Welt.
Ich war von Anfang an dabei, durfte nicht nur bei der Geburt der Drei dabei sein, sondern dabei helfen. Ich habe eine komplette Nacht lang alles miterleben dürfen, durfte mich darum kümmern, dass alles gut geht und das nichts passiert.
12 Wochen lang war ich der „Opa“ der Drei, durfte miterleben wie sie heranwuchsen, sie Füttern, täglich Wiegen und es gab so viele wunderbare Moment, die meine Depressionen zwar nicht heilen konnten aber sehr oft weit nach gedrängt haben.
Ich durfte und konnte von dem Tag an als Lotti zu mir kam, täglich Glück, Liebe, Zuneigung, Wärme, Seelenfrieden, Hoffnung empfinden.
All diese Dinge, die ich nicht mehr gefühlt habe, haben mir Lebewesen mit vier Tatzen gegeben und die Dankbarkeit dafür, kann ich nicht in Worte fassen.
Also, ihr lieben depressiven Menschen da draußen, die denken es geht nicht mehr weiter, weil diese schreckliche Krankheit einen gnadenlos niederstreckt, einem alle Kraft kostet, einem die Freude am „Leben“ nimmt und die Seele mit unsäglichem Ballast beschwert, es gibt sie, die Hilfe…auch für Dich!
Ich hoffe, ich kann/konnte einigen mit dieser doch recht langen Kurzgeschichte Mut machen!